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Augen auf beim Kittenkauf!

 Während beim Welpenhandel zumeist in Osteuropa ganze Fabriken bestehen, in denen Hunde unter erbärmlichsten Bedingungen Welpen zur Welt bringen und aufziehen müssen, ist das bei der Katze nicht unbedingt so. Vereinzelt werden mit den illegalen Tiertransporten neben einer größeren Anzahl Rassehunde auch Rassekatzen ins Land geschleust und für das nicht große Geld verschleudert.
Werden diese aufgegriffen, gibt es wieder einen Aufschrei, ein lokales Tierheim sammelt Spenden, weil sie die große Anzahl meist kranker und viel zu junger Tiere versorgen müssen.

Die Zeitungen sind voll von Berichten.

Dennoch floriert immer noch das Geschäft, sonst gäbe es das Angebot ja nicht.

Bei der Katze ist der Import aus dem Ausland überhaupt nicht nötig. Und es ist auch nicht immer der schreckliche Hinterhofvermehrer, der Katzen am laufenden Band produziert.
Nein, es kann unser direkter Nachbar sein, Arbeitskollegen, Verwandte oder manchmal auch Freunde, die man nicht vor den Kopf stoßen möchte. Nicht jeder Vermehrer ist ein Tierquäler.

Was sie aber alle gemeinsam haben, ist, die mangelnde gesundheitliche Vorsorge. Manche Katzen brauchen Blutgruppentests, unterschiedliche Erkrankungen betreffen unterschiedliche Rassekatzen, allein schon bedingt durch die Einkreuzung verschiedener Rassen, was man früher so gemacht hat.
Ich kann nur für die Maine Coon sprechen, bei anderen Rassen kenne ich mich nicht so gut aus. Um silber/smoke und Verdünnung in die MC zu bekommen wurde der Perser eingekreuzt, fürs tabby-ticked kam die Abessinier oder Somali ins Spiel und mit den Einkreuzungen kamen auch andere, genetisch bedingte Krankheiten, wie PKD oder PKdef.
Aber auch gewöhnliche Hauskatzen ohne Rasseeinschlag können an Erberkrankungen leiden, diese gilt es auszuschalten.
Während der seriöse Züchter nicht nur viel Geld in seine Zuchttiere in die Hand nehmen muss, sich die Linien genau anschaut und viele Tests und Untersuchungen machen lässt, was auch immer eine Stange Geld kostet, spart sich der Vermehrer all das. In den seltensten Fällen macht der Vermehrer sich Gedanken um die Geburt. Dass das gehörig schief gehen kann und mit Kaiserschnitt (Kosten ca.600€) oder sogar dem Tod der Katze enden kann, so weit denkt man nämlich nicht.
Wenn dann doch alles gut gegangen ist und die Babys selbstständig anfangen zu fressen, dann merkt der Vermehrer, hey, die kosten richtig Kohle!
So war das natürlich nicht gedacht. Sie sind jetzt etwa 7 Wochen alt. Spätestens jetzt wird auf Ebay, Quoka und wie sie alle heißen, eine Anzeige geschaltet. Dann werden sie verscherbelt, diese unschuldigen kleinen Wesen, die beim Käufer regelmäßig Verzückungen auslösen.
Über die Folgen dieser Unart möchte ich später, in einem anderen Bericht schreiben.
Was macht denn nun ein guter Züchter?
Er schaltet womöglich auch schon Anzeigen, aber er gibt seine Kätzchen erst mit 13 oder 14 Wochen ab. Das Kitten kommt im besten Fall schon kastriert, vollständig geimpft und gechipt zum Käufer und wird meistens gebracht, weil der Züchter sicher gehen will, dass es seinem Kitten gut gehen wird.
Ein guter Züchter wird ein Kitten niemals in Einzelhaltung abgeben und er wird einen Kaufvertrag abschließen und sich den Ausweis des Käufers zeigen lassen. Kopien über die Untersuchungen der Elterntiere sind natürlich dabei.
Einen guten Züchter kann man besuchen. Man kann die Elterntiere und meist auch andere Katzen sehen. Man sieht, wie sie im Haushalt gehalten werden, wie die Tiere miteinander umgehen.
Sollte man in einen Züchterhaushalt kommen, der richtig schmuddelig ist, d.h., das Katzenklo voller Kotreste am Rand, lieblos abgestelltes Futter und es riecht nicht nur nach Kater, dann sollte man schon vorsichtig sein…Sicher kann jeder einen schlechten Tag haben, aber sollte es bei einem zweiten Besuch immer noch so sein, dann sollte man sich überlegen, ob man sich nicht woanders umsehen möchte.
Denn nicht jeder Vereinszüchter ist ein guter Züchter.
Niemals sollte man sich darauf einlassen, dass man einem Züchter entgegen kommt, oder das Tier auf einer Rassekatzenaustellung zu übernehmen.
Züchter, die sich vehement weigern, dem Käufer oder Interessenten seine Räume zu zeigen, oder doch wenigstens die, die die Katzen bewohnen, sollte man meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Ein Rassekitten kostet ein kleines Vermögen. Ab 700 € aufwärts. Bestimmte Rassen können noch teurer sein, wie die Bengal oder Savannah.
Die Bengal und die Savannah haben aber besondere Ansprüche an die Haltung. Ein großes Freigehege sollte Pflicht sein.
Da den Züchter besuchen zu können, sich Rat für die Haltung geben zu lassen, sollte selbstverständlich sein.

Über Angelika

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