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Die Einzelhaltung von Katzen

… und ihren möglichen Folgen

Im übergeordnetem Beitrag „Alles was die Katze braucht“ bin ich schon darauf eingegangen. Allerdings sehe ich mich gezwungen, eine einzelne Seite dafür zu erstellen, damit ich etwas habe, das ich direkt verlinken kann.

Um Streit von Anfang an zu vermeiden: Es geht hier nicht um eine erwachsene Katze, die allein sein will, oder die durch schlechte Erfahrung durch Mobbing nicht mehr mit anderen Katzen zusammen leben will.

Es geht hier um Kitten.

Es gibt viele in bester Absicht verfasste Texte, die an das Mitgefühl appellieren sollen. Was auch sicher nicht falsch ist. Ich möchte mich allerdings nur mit dem Tierwohl beschäftigen und damit mit der artgerechten Haltung der Katze.

Die Katze ist ein Raubtier. Alles, was sie zur Ausbildung ihrer Fähigkeiten braucht, erlernt die Katze im Spiel. Im Spiel trainiert die Katze ihre Sinne, ihre Reflexe und auch das anschleichen, das lauern, und den Zugriff auf die Beute. Kitten haben einen ausgeprägten Spieltrieb, um all das zu erlernen. Und das lernen sie durch andere Kitten, normalerweise durch die Geschwisterkitten. Katzen, die im Freien aufwachsen, trennen sich nicht schnell von ihrer Familie. Sie bleiben ziemlich lange bei der Mutter, weil sie es noch lernen müssen, erfolgreiche Jäger zu werden. Die Anlagen dazu sind in all unseren Katzen vorhanden, unabhängig von Rasse- oder europäischer Kurzhaar-Hauskatze.

Wird durch den Menschen ein Kitten von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt, was bitte nicht vor der 13. Lebenswoche geschehen darf, und alleine zu Menschen vermittelt, fehlt ihm etwas Elementares, das für seine Entwicklung nötig ist. Und es ist ziemlich naiv zu glauben, dass das ohne Folgen bleibt.

• Zerstörungswut = kratzen an Wänden und Möbeln und Kaputtmachen von Gegenständen

• Unsauberkeit = die Katze uriniert und/oder kotet in die Wohnung und nicht in die Katzentoilette

• Aggressivität = die Katze greift den Menschen (scheinbar) an, lauert ihm auf, springt und beißt in die Beine oder wird plötzlich beim Schmusen aggressiv

• Depressionen = die Katze verliert das Interesse an ihrer Umwelt und schläft viel und starrt die Wände an

Mit anderen Worten, der Mensch schafft sich einen seelischen Krüppel. Wenn es schlimm kommt, landen diese Tiere dann im Tierheim, oder bei einem Tierschutzverein. Und mit viel Glück kommt dieses Tier in die Hände einer Pflegestelle, in der man es schaffen könnte, dieses Tier zu resozialisieren.

Wer ein Kitten in die Einzelhaltung verkauft oder sie ihm aufzwingt, betreibt im eigentlichen Sinn Tierquälerei, weil man ihm seiner elementaren Grundbedürfnisse beraubt.

Wer nur eine Katze haben will, möge sich bitte ein Tier suchen, das allein sein will. Natürlich sind diese Katzen schon älter, aber Tierschutzvereine, Tierheime und sogar Züchter haben solche Tiere.

Katzen wollen und brauchen Gesellschaft
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